Mittwoch, 13. Juli 2011
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2


Das Ende ist nah! Hogwarts hat als Zuflucht ausgedient, Voldemorts (Ralph Fiennes) Schergen haben die Macht über ganz England an sich gerissen. Harry (Daniel Radcliffe), Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) sind auf der Flucht, die Lage scheint aussichtslos. Eine letzte Chance bleibt dem Trio noch, das Blatt zu wenden und die Welt der Menschen vor dem Untergang zu bewahren: Sie müssen die legendären Heiligtümer des Todes finden. Nur mit diesen magischen Artefakten kann Voldemort noch besiegt werden. Doch die Freunde haben keinen Schimmer, wo sich die vor langer Zeit verschollenen Objekte befinden ...

Den Verantwortlichen war die Erwartungshaltung der Fans und die Endlichkeit ihres Schaffens sicherlich bewusst. Und so werfen sie im finalen Teil alles in die Wagschale, was ihre Fantasie hergibt. Jede der geliebten bzw. gehassten Figuren (ob tot oder lebendig) bekommt noch einmal einen grossen Auftritt, die wichtigen Storylines werden geschickt zuende geführt. Zudem überbietet sich jede Szene mit fantastischen Aufnahmen in atemberaubenden Kulissen. Die zahllosen Effekte werden jedoch nie zum überflüssigen Selbstzweck, sondern ordnen sich einzig der Zielsetzung unter, die fantasievolle Geschichte zu bebildern. Zwar ist damit schon jede einzelne Bild für sich ein Kunstwerk, ganz gross wird das aber erst in der Kombination, und da gelingt Regisseur David Yates (seit "Der Orden des Phönix" dabei) und seiner Crew die Glanzleistung, die einzelnen Szenen wie ein Puzzle meisterhaft zusammenzuführen.



Die Verfilmung fängt dabei ungewöhnlich betulich an, um dann immer mehr an Fahrt aufzunehmen, bis sie zur zweiten Hälfte dann mit der Schlacht um Burg Hogwarts ihren absoluten Höhepunkt erreicht, wie man ihn seit "Herr der Ringe III" nicht mehr auf der Leinwand erlebt hat. Hier wird aber auch endgültig klar, wie die Geschichten um den Zauberlehrling erwachsen geworden sind. Nicht nur, dass Harry Potter Bartstoppel und Hermine Dekolleté zeigt, auch die Darstellung der Gewalt ist längst nicht mehr kindgerecht. Da wird gestorben und gemordet, und der Weg zum Sieg ist gepflastert mit Blut und Leichen. Es spricht für die Inszenierung von David Yates, dass das Sterben dabei nicht - wie bei dem finalen "Herr der Ringe" - ins Comiceske abdriftet, sondern als notwendiges Opfer für das grosse Ganze in Kauf genommen werden muss.

Auch Harry Potter ist sich dem bewusst, und er ist bereit, sich selbst zu opfern nach dem Motto "Das Wohl vieler ist wichtiger als das Wohl eines Einzelnen." (Star Trek II). Die ohnehin schon fast unerträgliche Spannung wird noch mehr gesteigert, weil man sich als (unwissender) Zuschauer absolut nicht mehr sicher sein kann, inwieweit der letzte Teil wirklich bereit ist, seinen Hauptdarsteller zur Rettung der Welt zu opfern. Überhaupt überbietet sich das letzte Drittel, dass mit seiner äusseren Action schon am oberen Limit agiert, mit schockierenden Twists und überraschenden Wendungen, die in ihrer Dramatik auch an die "Star Wars" Saga erinnert.



Tatsächlich muss man feststellen, dass Teil 7.2 vieles besser macht als seine Vorgänger, und damit insgesamt auch fast alles richtig. Die Schauspieler überzeugen allesamt mit ihrer grossartigen Leistungen, und Nebendarsteller wie Maggie Smith (als Minerva McGonagall) und auch Matthew Lewis (als Neville Longbottom) überraschen mit ihren herausragenden Auftritten. Die parallel laufenden Handlungen greifen perfekt ineinander, die geschliffenen Dialoge passen auf den Punkt genau und der überwältigende Score sorgt für Gänsehaut.

Will man vielleicht verzweifelt irgendein Makel suchen, kann man sich vielleicht einzig darüber mokieren, dass dem Film vor lauter Dramatik im letzten Drittel auf den letzten Metern zum absoluten Finale fast die Puste ausgeht. Aber das ist schon eine geradezu unfaire Unterstellung für ein phänomenales Werk, das die künstlerische Fantasie über die kommerzielle Berechenbarkeit stellt und damit einer grossartigen Saga einen geradezu meisterhaften Abschluss beschert, der schon jetzt in einer Reihe steht mit den bereits erwähnten legendären Trilogien von "Star Wars" und "Herr der Ringe".
Bewertung: 9,5/10 (Moviepilot Prognose 7)

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Harry Potter - Das Ende einer Ära
Zehn Jahre haben wir mit ihm gelitten, haben seinen Weg verfolgt und sind in gewisser Weise mit ihm älter geworden. Ohne in den Abgesang einer Ära der 2000er einzustimmen, berührt es doch irgendwie, mit dem Abschluss der Fantasy Reihe auch einen eigenen Lebensabschnitt vorbeiziehen zu sehen. Tatsächlich kann ich mich noch erinnern, wann ich welchen Teil und mit wem gesehen habe (erst ab Teil drei im Kino). Die Erwartungen an das finale Kapitel sind daher nicht geringer als auf Höhe eines Meisterwerks. Dabei möchte ich keineswegs behaupten, dass die vorherigen Teile alle wirklich grossartig waren.

Hier die Zusammenfassung aller Filme und meiner Bewertung:
Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) - Bewertung: 4/10
Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) - Bewertung: 5,5/10
Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) - Bewertung: 8/10
Harry Potter und der Feuerkelch (2005) - Bewertung: 6/10
Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) - Bewertung: 9/10
Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) - Bewertung: 7/10
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes 1 (2010) - Bewertung: 6,5/10


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Sherlock Holmes 2 - Trailer

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