Donnerstag, 24. Februar 2011
Neu auf DVD:
Ao - Der letzte Neandertaler
Vor ca. 30.000 Jahren lebt Ao in einem Clan der Neandertaler. Als er eines Tages nach der Jagd zu den seinen zurückkehrt, findet er sie ermordet. Seine Familie ist ausgelöscht worden. Damit ist Aos Schicksal besiegelt – er ist der letzte Neandertaler. Völlig auf sich allein gestellt, macht er sich auf die beschwerliche Reise in den Süden. Er will an seinen Geburtsort zurückkehren. Doch auf seinem Weg durch die unbarmherzige Wildnis gerät Ao (Simon Paul Sutton) in die Fänge von Kannibalen. Als ihm die Flucht gelingt, rettet er auch der schönen Aki (Aruna Shields) das Leben, einer Menschenfrau, die sich von dem wilden Neandertaler seltsam angezogen fühlt. Während sich die beiden Wesen am Anfang völlig fremd sind, vereint sie doch eine tiefe Verbundenheit mit der Natur - und die Sorge um Akis Baby. Es beginnt eine einzigartige Liebe über alle Grenzen hinweg und das Paar erlebt im steinzeitlichen Europa das Abenteuer seines Lebens.

Ob man nun eine Klamotte abdreht oder ein Historiendrama, als Filmschaffender muss man sein Publikum für seine Inhalte interessieren. Und das ist den Machern dieses französischen Urzeit-Abenteuers bei mir zumindest nicht gelungen. Dafür ist die Story inhaltlich zu banal und ebenso trocken erzählt. Zwar gibt es einiges an interessanten Naturaufnahmen zu bieten, aber schon der dokumentarische Inszenierungsstil sorgt durchgehend für fehlende Spannung. Roland Emmerichs "10.000 B.C." war zwar voller historischer und dramatischer Unzulänglichkeiten, aber immerhin wusste der Regisseur dort aufkommende Langeweile oberflächlich zu übertünchen. Dokumentarfilmer Jacques Malaterre ("Homo sapiens") scheint sich in diesem fiktiven Lehrbeitrag nicht einmal besonders darum zu kümmern.
Bewertung: 3/10


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Mittwoch, 23. Februar 2011
Neu auf DVD:
Adam Sandler in 'Grown Ups - Kindsköpfe'
Fünf alte Freunde und ehemalige Sportkameraden (Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, Rob Schneider und David Spade) treffen sich nach vielen Jahren wieder, um ihrem verstorbenen Basketball-Trainer aus Kindheitstagen die letzte Ehre zu erweisen. Zusammen mit ihren Ehefrauen (Salma Hayek, Maria Bello, Maya Rudolph) und Kindern verbringen sie das lange Feiertagswochenende rund um den 4. Juli in einem Haus am See, wo sie vor langer Zeit einmal ihre Meisterschaft gefeiert haben. Die Freunde versuchen, da anzuknüpfen, wo sie damals aufgehört haben, und stellen fest, dass Älterwerden nicht automatisch auch Erwachsenwerden bedeutet ...

Komiker Adam Sandler ("Leg dich nicht mit Zohan an") schafft es immer wieder, mit derselben Art von grenzdebilem Humor Millionen in die Kinos zu locken. Dabei bleibt die Story zumeist äussert dünn und dient einzig dem Zusammenhalten von witziger Slapstick und unsinnigen Kalauers. Auch das Gedenk-Klassentreffen hat inhaltlich nicht viel zu bieten, sorgt aber immerhin wie gewohnt für eine Handvoll Schmunzler und jede Menge Kinderkacke. Das ist ungefähr so aufregend wie der Besuch auf dem Kinderspielplatz, unterhält aber immer noch recht ordentlich - trotz ebenso gewohnter Tiefschläge unterhalb der Gürtellinie. Dass auch Comedy Kollegen wie Kevin James ("Der Kaufhaus Cop") ein bisschen mitspielen dürfen, ist immerhin ein kleiner Bonus dieser Familien-Klamotte.
Bewertung: 5,5/10 (Moviepilot Prognose 5,5)


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Dienstag, 22. Februar 2011
Wild Things: Foursome - Enjoy the ride
Großhotelier Ted Wheetly (Cameron Daddo) springt hart mit seinem arroganten Sohn und Partylöwen Carson (Ashley Parker Angel) um, der glaubt, dass sein reicher Vater, ein Frauenheld, seine Mutter in den Tod getrieben hat. Als Ted bei einem Motorbootsunfall stirbt, soll Detective Frank Walker (John Schneider) den Fall aufklären. Doch je intensiver er nachforscht, desto klarer zeichnen sich Intrigen, Verführung, Gier und sogar kaltblütiger Mord ab.



Wer vom dritten "Direct-to-DVD"-Ableger eines 90er-Jahre Thrillers Anspruch und Innovation erwartet, glaubt auch dass RTL sich seine eigenen Superstars klonen kann. Wenn man jedoch seine Erwartungen und auch jeglichen Glauben an Logik völlig herunterschraubt, bekommt man aber immerhin einen 08/15-Thriller voller Zügellosigkeit, Intrigen und nacktem Fleisch (der Vierer im Untertitel ist wörtlich zu nehmen). Das ergibt alles nicht wirklich Sinn, kann aber immerhin denjenigen Spass bereiten, die sich an Hardcore nicht herantrauen würden. Und auch sonst kann man sich mit billiger Routine-Action durchaus hirnfrei beriesen lassen.
Bewertung: 4/10


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Neu auf DVD:
Edward Norton in 'Stone'
Das Gutachten über den Totschläger und Brandstifter Gerald 'Stone' Creeson (Edward Norton) ist kein einfacher Fall. Die Sitzungen mit dem redegewandten und verdammt schlauen Häftling sind nicht gerade das, was man sich als Bewährungsbeamter kurz vor der Pensionierung wünschen würde. Für Jack Mabry (Robert De Niro) wird der Fall zu einer letzten großen Prüfung, denn Stone setzt alle Hebel in Bewegung, um seine vorzeitige Entlassung zu erreichen - einschließlich seiner höchst verführerischen Frau (Milla Jovovich). Die äußere Schale des Beamten wird immer rissiger und die inneren Dämonen des Jack Mabry heben ihre Köpfe ...



Die Schauspiel-Giganten Robert De Niro und Edward Norton (2001 zusammen im Heist-Movie "The Score") in einem Film, und dazu noch die taffe Milla Jovovich ("Resident Evil") als Bonus, da sind die Erwartungen dementsprechend ganz hoch. Umso ernüchtender ist es, wenn das Ergebnis derart fad daherkommt wie dieser vermeintliche Psychothriller, der vor lauter Geschwätzigkeit (und Pseudo-Erotik) kaum Fahrt aufnimmt und erst zum Ende ein paar dramatische Momente hat. Ärgerlich ist dabei vor allem die ausufernde Thematisierung von Gläubigkeit und Vergebung, die mehr als Worthülsen denn als überzeugendes Handlungsmotiv missbraucht wird. Mit der Besetzung kann ein Film nicht wirklich schlecht sein, aber gerade wegen des Casts ist er in diesem Fall eine herbe Enttäuschung.
Bewertung: 4/10


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Tatort 791: Rendezvous mit dem Tod
Der Fall beginnt scheinbar harmlos: An einem Seitenkanal der Elster findet ein Jogger das verlassene Auto einer Frau; samt Ausweis. Für Hauptkommissar Andreas Keppler (Martin Wuttke) ist dies ein klarer Fall von Selbstmord. Doch die Leiche der vermissten Carla Schütz (Franziska Walser) bleibt verschwunden. Eva Saalfeld (Simone Thomalla) glaubt an ein Verbrechen und ermittelt fortan getrennt von Keppler. Ihr Anhaltspunkt: Die Vermisste war auf einer Partnersuche-Börse im Internet aktiv. Saalfeld loggt sich dort unter einem Pseudonym ebenfalls ein, um so die Männer aufzuspüren, mit denen Carla Schütz näher Kontakt hatte. Kollege Keppler versucht derweil, das tödliche Martyrium eines Senioren aufzuklären. Der Mann wurde tot in seiner Badewanne aufgefunden. Vorher hatte man ihn offenbar misshandelt und dann so an den Wasserhahn gefesselt, dass er verdursten musste. Sowohl die Witwe des Toten als auch seine junge Geliebte scheinen verdächtig: Eine Menge Geld und offenbar wenig Gefühl sind im Spiel. Doch dann geschieht der nächste Mord und die Umstände sind mit denen des ersten nahezu identisch. Treibt hier ein psychopathischer Serientäter sein Unwesen? Richtig spannend wird es, als sich eine Verbindung zu Saalfelds Ermittlungen auftut: Auch Kepplers Badewannenleichen hatten zuvor über die selbe Dating-Börse Kontakte geknüpft wie Carla Schütz.



Die 'Tatort'-Reihe ist immer dann besonders interessant, wenn sie bekannte Kino-Gesichter wie Matthias Schweighöfer oder Jürgen Vogel auf der Besetzungsliste hat - oder aber wenn sie - aus skuril konservativen Gründen - für einen Skandal sorgt. In diesem Fall ist es die drastische Darstellung der Ermordung von Ü50-Opfern, die es vom bis in die 'Bild'-Zeitung gebracht hat. Dabei geht es in diesem Leipziger Beitrag um das Online-Dating, das bei den Älteren inzwischen genauso verbreitet scheint wie bei den Jüngeren - und manchmal nicht minder gefährlich. Sieht man einmal von den drastischen Einzelszenen ab, die nicht selten an David Finchers "Sieben" oder ähnliche Hollywood-Schockern erinnern, dann bietet auch diese Krimi-Folge die bekannte Mischung aus öffentlich-rechtlicher Biederheit und einem Schuss Zickereien unter Partnern. Wobei die Kabbeleien zwischen beiden Ermittlern in diesem Fall schon haarscharf am Nervigen vorbeischlittern. Dennoch lässt sich diese Episode mit Hang zum Nervenkitzel ganz gut wegschauen, zum regelmässigen Konsumenten der TV-Reihe werde ich jetzt aber trotzdem nicht.
Bewertung: 6/10


Ein ausführlicher Kommentar auf www.faz.net

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Montag, 21. Februar 2011
Green Hornet - Die Rückkehr der grünen Hornisse (1994)
“Die grüne Hornisse” – so nennt sich ein maskierter Kämpfer, der in Shanghai gegen das organisierte Verbrechen antritt. Die Journalistin Tom (Esther Wing Ho Kwan) ist recht bald auf seine tatkräftige Hilfe angewiesen. Bei ihren Recherchen für eine Geschichte über die Triaden gerät sie wiederholt in Gefahr und nur die Grüne Hornisse kann sie immer wieder retten. Ihr schüchterner Alltagsbegleiter Dong (Kar Lok Chin) wiederum ist nie da, wenn sie ihn braucht.

Kaum ist die Hollywood-Neuauflage in den Kinos, gibt es auch diese 94er Kamelle "digital remastered" auf DVD. Bei der chinesischen Produktion handelt es sich um eine indirekte Fortsetzung der 60er Jahre TV-Serie, die wegen Bruce Lee in einer Hauptrolle Kultstatus erlangte. Allerdings geht diese Verfilmung weder als guter Eastern noch als augenzwinkernde Hommage durch. Zwar gibt es mehr als genug zu schmunzeln, doch das liegt zumeist an der unfreiwilligen Komik, die mit der holprigen Inszenierung einhergeht. Das immerhin kann man dem Film eben noch zugute halten, ansonsten ist dieses Remake aber reichlich Banane.
Bewertung: 3,5/10


Ein ausführlicher Kommentar auf www.ofdb.de

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Duncan Jones 'Source Code' - Trailer (YouTube)

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Sonntag, 20. Februar 2011
Neu auf DVD:
Sam Rockwell in 'Moon'
Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell) steht kurz vor dem Ende seines Vertrages mit 'Lunar'. Er ist auf dem Mond 'Selene', wo er allein als Mechaniker den Abbau von Helium-3 überwacht. Dieses kostbare Gas könnte der Energiekrise auf der Erde ein Ende bereiten. Die Einsamkeit hat ihm Zeit gegeben, sich Gedanken über die Fehler seiner Vergangenheit zu machen. Seinen Job führt er nur noch mechanisch aus und verbringt die meiste Zeit mit den Gedanken an die Rückkehr zur Erde, seine Frau (Dominique McElligott) und ihre gemeinsame Tochter. Aber zwei Wochen vor seiner Abreise beginnt Sam seltsame Dinge zu sehen und zu hören. Nachdem eine Routinekontrolle katastrophal schief geht, entdeckt er, dass 'Lunar' ganz eigene Vorstellungen von seinem Verbleib hat. Als dann noch ein Doppelgänger auftaucht und Lunar einen bewaffneten Aufklärungstrupp schickt, wird Sam klar, dass seine Rückkehr zur Erde in Frage steht ...



Dass es auch ohne Raumschlachten und Alien-Invasionen geht, beweist dieser Independent-Film, der Science Fiction in Reinnatur erzählt. Dabei erinnert er in seiner Konstellation mit Mann und Maschine fernab der Heimat anfangs noch an Stanley Kubricks Klassiker "2001. Odyssee im Weltraum", entwickelt sich aber immer mehr zum verzwickten Thriller um einen pflichtbewussten Kosmonauten, den seine weit entfernte Heimat längst vergessen zu haben scheint. Zumindest sieht es danach aus, wenn er seine eigenen, wesentlich agileren Klon entdeckt, der ihn offenbar ersetzen soll. Grossartig ist dabei das Spiel von Sam Rockwell ("Everybody's Fine"), der nicht nur den gebrochenen Mensch, sondern auch das eigene getunte Abbild gibt. Und das nicht etwa mit aufwendigen Maskeraden oder grossen Tricksereien, sondern rein durch die Darstellung. Trotzdem gibt es auch einiges an Special Effects, wobei den Produzenten der Autorenstreik in Hollywood einige Experten für kleines Geld zugespielt hat. Allerdings stehen die gar nicht im Mittelpunkt, sondern einzig der Mensch in seiner Abgeschiedenheit. Der Regisseur Duncan Jones macht aus seinem eigenen Drehbuch einen packenden Thriller, der den Zuschauer mit immer neuen Wendungen in seinen Bann zieht und weit über den Abspann hinaus nicht loslässt. Damit ist ihm mit kleinem Budget ein wirklich beachtlicher Debütfilm gelungen, dem nun weitere in Hollywood folgen sollten.
Bewertung: 8,5/10 (Moviepilot Prognose 7,5)


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Neu auf DVD:
Das Chaos Experiment
Jimmy (Val Kilmer) hat sechs ahnungslose Menschen zu einem grausamen Experiment angelockt. Grant (Eric Roberts) und seine Leidgenossen werden in einem leerstehenden Hotel in einer Sauna eingesperrt in dem die Hitze bedrohlich ansteigt. In wenigen Stunden werden sie grausam verenden. Ein hässlicher Tod, mit dem der mysteriöse Jimmy mitten in der Nacht dem Chefredakteur einer Zeitung droht. Er hat eine unglaubliche Forderung: Morgen soll auf der Titelseite seine Botschaft abgedruckt werden - andernfalls werden seine Geiseln sterben. Detective Mancini (Armand Assante) vom FBI verhört den undurchsichtigen Erpresser und in einem Katz- und Mausspiel erhärtet sich nach und nach ein ungeheuerlicher Verdacht ...



Man kann diesen verzwickten Psychothriller im Fahrwasser von "Saw" und "Cube" aber auch von "Identität" durchaus als interessant bezeichnen, zumal die solide Inszenierung von Philippe Martinez ("Wake of Death") optisch - besonders bei den bedrückenden Sauna-Aufnahmen - doch einiges hergibt. Allerdings ist der Film weit davon entfernt wirklich gut zu sein. Dafür ist der Handlungsverlauf zu banal, die Dialoge nicht selten grausam gestelzt und die aufgesetzte Umweltthematik selbst als luftleerer Aufhänger einfach lächerlich. Neben dem wenig aufregenden Handlungsverlauf ist es vor allem die Kapriolen schlagende Logik, die nicht selten ganz böse aufstösst. So frag ich mich, ob eine Sauna wirklich noch tödlich heiss werden kann, wenn es ein offenes Fenster in Kopfgrösse gibt. Immerhin hält sich der inzwischen zur B-Movie-Ikone abgestiegene Val Kilmer ("Kiss, Kiss, Bang, Bang") tapfer in dem sicherlich aufregenden aber völlig unausgegorenen Psycho-Thrill. Der Original-Titel ist übrigens (übersetzt) "Das Sauna Experiment", was doch wesentlich passender ist als diese Suggestion von Chaos.
Bewertung: 5/10


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